Ausgedehnter Zimmerbrand B4 am 25.09.2026
++B2 Gebäudebrand – Innenraum++
Am 25.09.2026 wurden wir um 16:37 Uhr mittels Sirene, Blaulicht-SMS und Pager nach Plambacheck zu einem B2 Gebäudebrand – Innenraum alarmiert. Da wir gerade Abschied von unserem langjährigen Kameraden EOBM Gottfried Luger nahmen, konnten wir umgehend mit RLF-A, LFA, LAST, KLF und MTF ausrücken.
Da es sich um ein Gehöft bzw. Mehrfamilienhaus im oberen Plambacheck handelte, war der Anfahrtsweg sehr langwierig. In den beiden Fahrzeugen RLF-A und LFA konnten sich bereits während der Anfahrt zwei Atemschutztrupps ausrüsten.
Bei der Ankunft waren bereits die Feuerwehren Rotheau und Eschenau vor Ort und legten vom Berg zum Haus von einer Wasserentnahmestelle eine Zubringleitung. Auch den vor dem Haus befindlichen Pool konnten wir kurzzeitig als Wasserversorgung nutzen.
Unser Atemschutztrupp nahm den sprichwörtlichen Angriff auf das Brandobjekt vor, aus dem dichter schwarzer Rauch aus dem 1. OG quoll. Unter extrem heißen Temperaturen konnte man seine eigene Hand vor Augen nicht sehen, so dicht war der schwarze Rauch im Wohngebäude.
Nach kurzer Rückmeldung unseres ATS-Trupps stellte sich heraus, dass durch die stark erwärmten Rauchgase das Obergeschoss durchzündete, sodass der Trupp den Rückweg antreten musste.
Eine Durchzündung entsteht dann, wenn ein bereits erloschenes Feuer nur noch Sauerstoff benötigt, um wieder richtig durchzuzünden. Dies war durch die kurze Türöffnung zum Brandherd der Fall. Unserem Trupp flog regelrecht das Feuer um die Ohren!
Mittels Wärmebildkamera wurden über 400 Grad gemessen.
Kurz zur Info: Man muss sich das so vorstellen: Durch das Löschen und Kühlen des Rauches entsteht sehr heißer Wasserdampf, welcher auch unsere Feuerwehrkameraden an ihre Grenzen bringt!
Kurz darauf war bereits klar, dass aufgrund des Übergreifens auf den Dachstuhl umgehend von einem ausgedehnten Zimmerbrand ausgegangen werden musste und somit auf B3 erhöht werden musste.
Stand 18:20 Uhr waren 11 Feuerwehren mit 14 Fahrzeugen im Einsatz. Wasserknappheit sowie ein Engpass bei den Atemschutzgeräteträgern brachten die eingesetzten Mannschaften an ihre Grenzen. Somit musste auf die höchste Alarmstufe B4 erhöht werden.
Da das Dach bereits stark qualmte, musste vom Schlimmsten ausgegangen werden. Auch das nur wenige Meter angrenzende Stallgebäude musste geschützt werden.
Rund 15 Feuerwehren mit 173 Kameradinnen und Kameraden sowie 35 Fahrzeugen standen dabei im Einsatz.
Folgende Feuerwehren standen dabei im Einsatz:
- Feuerwehr Hofstetten
- Feuerwehr Rabenstein
- Feuerwehr Tradigist
- Feuerwehr Kirchberg
- Feuerwehr Loich
- Feuerwehr Obergrafendorf
- Feuerwehr St. Pölten Stadt
- Feuerwehr Altlengbach
- Feuerwehr St. Georgen
- Feuerwehr Wilhelmsburg
- Feuerwehr Rotheau
- Feuerwehr Eschenau
- Feuerwehr Traisen
- Feuerwehr Lilienfeld
- Feuerwehr Wiesenfeld
- Drohnengruppe Frankenfels
- Samariterbund Traisen
- Samariterbund St. Veit
- Einsatzleiter Samariterbund Bezirk St. Pölten
- Polizei Kirchberg und Rabenstein
- EVN
Erst zu späterer Stunde konnten teilweise Kräfte reduziert und Einsatzkräfte abgezogen werden.
Zusätzlich wurde ein Kran mit Schalgrelifer der Firma Trost eingesetzt, welcher das unzugängliche Blechdach wegzwicken konnte, um die Effektivität der Löscharbeiten zu fördern.
Den ganzen Tag bzw. Abend über standen 16 Atemschutztrupps zur Verfügung.
Auch ein Pendelverkehr wurde eingerichtet, um die Großtanklöschfahrzeuge der Feuerwehren St. Pölten Stadt und Altlengbach mit Wasser zu versorgen.
Ebenso im Einsatz stand die neue Drohnengruppe, die uns mit wertvollen einsatztaktischen Bildern versorgte.
Als die Dachkonstruktion weggezwickt wurde, konnten auch die meisten Einsatzkräfte abrücken. Um 23:23 Uhr konnte vom Einsatzleiter „Brand aus“ gegeben werden.
Trotz all der negativen Vorfälle sind auch sehr viele positive Dinge passiert. Alle in der Nähe wohnenden Landwirte, Nachbarn und Familienmitglieder waren mit diversen Güllefässern mit Wasser sowie mit Speis und Trank sofort zur Stelle.
Auch die Marktgemeinde Hofstetten konnte aufgrund des Stromausfalls ihr Notstromaggregat bereitstellen, damit die Stallarbeit verrichtet werden konnte.
Zusammenhalt ist trotz alledem das Wichtigste.
In der Nacht zum Samstag steht noch eine Brandwache vor Ort, um rasch eingreifen zu können!
Wir waren mit unserem RLF-A, LFA, KLF, LAST und MTF ca. 9 Stunden mit 31 Kameraden im Einsatz.
Sonderfahrzeuge:
- GTLF St. Pölten und Altlengbach
- Drohnengruppe Frankenfels
- Drehleiter Wilhelmsburg und Obergrafendorf
- Atemschutzcontainer St. Pölten
- Einsatzleitfahrzeug St. Pölten
Bis auf eine Person, die vom Samariterbund Traisen abtransportiert wurde, waren trotz alledem keine verletzten Personen zu vermelden.
Wir wünschen der betroffenen Familie einen raschen Wiederaufbau und viel Kraft in diesen schweren Stunden!
Wir bedanken uns bei allen eingesetzten Blaulichtorganisationen für die hervorragende Zusammenarbeit!
Text / Bilder: Sachbearbeiter Öffentlichkeitsarbeit BM Matthias Enne















































































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